„10 Monate unbedingte Freiheitsstrafe“

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so lautete das Urteil für „gewerbsmäßigen Betrug“, das in Anwesenheit der Schüler der Abschlussklassen 3AMW, 5AHW, 5BHW und 5CHW am Montag, dem 28. April 2014, anlässlich einer Exkursion zum Landesgericht Klagenfurt, vom Richter Herrn Mag. Manfred Herrnhofer verkündet wurde.
Auf der Anklagebank saß ein Mann, der schon 20 Vorstrafen, 14 davon einschlägig, d. h. aus dem Bereich der Vermögensdelikte, vorweisen konnte.
Seitens der Staatsanwaltschaft wurde ihm zur Last gelegt, dass er diverse Bestellungen, wie zum Beispiel Uhren, Alkohol usw. getätigt hat, obwohl er wissen musste, dass er diese nicht bezahlen konnte. Auf bestehende Schulden hin befragt, gab er an, ca. 100.000 Euro Schulden aus einer Selbstständigkeit zu haben und daraus resultierend, etliche laufende Exekutionen.
Er wurde aus der Haftanstalt vorgeführt, da er derzeit wieder eine einjährige Freiheitsstrafe „absitzt“.
Es war sehr interessant, vor allem aber auch ernüchternd, zu sehen, dass der eigentliche Strafzweck (Spezialprävention), nämlich die Täter zu bessern, nicht immer zum Erfolg führt und diese Personen wieder mit dem Gesetz in Konflikt kommen und so die Situation eigentlich aussichtslos wird.
Insgesamt war es ein sehr lehrreicher Vormittag, insbesondere auch durch die zusätzlichen Informationen des Richters Mag. Herrnhofer, der nach der Verhandlung auf die Fragen der Schüler einging. Auch die verschiedenen Positionen von Richter, Staatsanwalt und Verteidiger wurden deutlich, da auch der Rechtsanwalt des Angeklagten sich danach für uns Zeit nahm, und seine Stellung erläuterte. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön den beiden Herren.
Da der Richter bereits im Vorfeld einen Vortrag bei uns in der Schule gehalten und die Schüler in die Grundsätze eines Strafverfahrens eingeweiht hatte, war es für die Jugendlichen noch leichter, dem Verfahren zu folgen.
Die Reaktionen der Schüler waren überaus positiv, vor allem bestätigten sie, dass die Teilnahme an so einem Strafverfahren eine abschreckende Wirkung für die Zuseher hat, was unter anderem auch Zweck einer Strafe (Generalprävention) ist.

Bericht von Dr. Isabella Stromberger

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