Ad litem – Auf zum Prozess!

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3 Monate bedingt, Bewährungsfrist von 3 Jahren, Nichtigkeitsbeschwerde – Begriffe, die uns im PBUR-Unterricht anschaulich erklärt wurden, aber im realen Gerichtsalltag doch noch mehr Eindruck hinterlassen.
Einen Tag am Gericht zu verbringen ist für die jeweiligen Abschlussklassen der HLW schon zur „gerechten“ Tradition geworden und somit nahmen auch heuer wieder die 5ABCHW und die 3AMW, in Begleitung von Frau Prof. Stromberger und Frau Prof. Schönegger-Tscheließnig, am 4. April 2013 im Schwurgerichtssaal des Landesgerichtes Klagenfurt Platz.
Herr Mag. Manfred Herrnhofer übernahm den Vorsitz als Richter dieses Verhandlungsvormittages und begeisterte uns mit den Erzählungen aus seinem Alltag. Trotz der Ernsthaftigkeit der Themen ließ er es nicht an Witz fehlen. Binnen Minuten schaffte er es, das wohl oft allgemein verankerte Vorurteil, dass Jus (Rechtswesen) trocken und langweilig sei, ins Gegenteil zu verkehren.
In den ersten drei Verfahren wurden den Angeklagten falsche Beweisaussage sowie schwere Körperverletzung zur Last gelegt. Die letzte Hauptverhandlung des Vormittags beschäftigte sich mit Betrug und Amtsmissbrauch. Uns wurde klar, dass der Grat zwischen Lüge und Wahrheit, nichtigen und entscheidungsweisenden Details sehr schmal ist und somit einen Balanceakt für den Richter und die Entscheidungsträger darstellt. Das reale Leben, abseits unserer PBUR-Bücher, ist härter und geprägt von mitreißenden Schicksalen und Vorfällen, die uns zu Denken gaben.
Nach jeder Verhandlung klärte uns Herr Mag. Herrnhofer über den Schuldspruch auf, nahm Bezug auf das Geschehene und beantwortete offene Fragen.
Alles in allem ein Vormittag, der an Spannung, interessanten Informationen und auch an Unterhaltung kaum übertroffen werden kann. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an Frau Prof. Stromberger für die Organisation und an Herrn Mag. Herrnhofer für die exklusiven und informativen Einblicke ins Richterleben und die Strafgerichtsbarkeit.

Elisabeth Kaban (5CHW)

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