Ausstellung: Die Gerechten

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Am Montag, dem 23. März, fuhren wir mit Frau Professor Pibal im Zuge des Deutschunterrichtes zu einer Ausstellung in der Nähe des Klagenfurter Domplatzes. Im Zentrum dieser Ausstellung stehen ÖstereicherInnen, die jüdische MitbürgerInnen unter Lebensgefahr und ohne Gegenleistung vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten bewahrt haben. Von Yad Vashem, der Nationalen Holocaust-Gedenkstätte Israels, wurden bisher im Rahmen eines 1953 gesetzlich verankerten Programms nahezu 16.000 Personen ausfindig gemacht und geehrt. Österreicher unter ihnen waren zum Beispiel Christa Denner, Anna-Maria Haas und Franz Leitner. Im Rahmen dieser Ausstellung schauten wir uns Originalaufnahmen vom „Anschluss“ und dem Einzug Hitlers an. Zu dem Stummfilm erzählte uns die Leiterin der Exposition interessante Fakten und wir gingen mit viel neu erlangtem Wissen heim.

Christa Denner (verh. Beran)
Edith Hahn, am 24. Jänner 1914 in Wien geboren, lebte 1942 mit ihrer Mutter Klothilde im 2. Bezirk, Untere Donaustraße 13. Auch Edith wurde verhaftet und in ein Arbeitslager der Firma Besthorn nach Aschersleben gebracht.
Edith erfuhr, dass sie auch nach Polen verschickt werden sollte. Sie beschloss, aus dem Lager zu fliehen. Edith entfernte den Judenstern von ihren Kleidern, kehrte nach Wien zurück und lebte als „U-Boot“ im Untergrund. Sie wandte sich an christliche Bekannte. Einer war ein SA-Mann mit dem Vornamen Hank. Der riet ihr, sich „arische Papiere“ zu verschaffen, denn in Wien werde sie von der Gestapo gesucht. Mit den Papieren könnte sie flüchten.
Edith erinnerte sich an eine alte Freundin. Als 14-jähriges Mädchen hatte sie im 4. Bezirk, Argentinierstraße 29, gewohnt. Mit ihrer gleichaltrigen Nachbarin Christa Denner hatte sie engen Kontakt gepflegt. Christa war inzwischen Geschäftsinhaberin geworden. Edith suchte sie auf und erzählte ihr, welches Schicksal sie erwarte, wenn sie keine „arischen Papiere“ habe, um Wien zu verlassen.
Christa war sofort bereit zu helfen. Sie gab ihren Taufschein, die Schülerlegitimation und ihre Lebensmittelkarten. Der Polizei meldete sie, dass sie ihre Papiere am 29. Juli 1942 auf der Alten Donau beim Segeln verloren hatte.
Edith Hahn nahm die Identität ihrer Freundin Christa an. Mit den „arischen Papieren“ fuhr sie nach München und entging so der Verfolgung durch die Gestapo in Wien. Edith Hahn alias Christa Denner überlebte den Krieg.

Von Stefanie Kogler, 3CHW

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