Lehrerausflug der HLW mit Gästen nach Aquileia

Am Mittwoch, dem 26. Oktober 2011, fuhren wir (19 Personen) gut gelaunt mit dem Bus über Klagenfurt, Villach und Udine nach Aquileia. Besondere Freude bereitete uns die Teilnahme unserer ehemaligen Kolleginnen FOL Dipl.-Päd. Karoline Höfferer und Prof. Mag. Elfriede Ray-Privasnik.

Während der Anreise machte uns unser geschätzter Oberstudienrat Prof. Mag. Maksimiljan Cvetko auf seine kenntnisreiche und humorvolle Art mit der historischen Entwicklung dieses Raumes vertraut:

Von Aquileia, der in der Antike wichtigen Hafenstadt, ist nach der Zerstörung durch Hunnen und Langobarden nur wenig übrig geblieben: ein paar Säulen am Forum, Ladekais und Rampen am Flusshafen, Straßenpflaster und Grabanlagen. 1998 erklärte die UNESCO Aquileia zum Weltkulturerbe.

Aus dem Bistum von Aquileia, das bereits 313 gegründet wurde, erwuchs der mittelalterliche Feudalstaat der Patriarchen von Aquileia, der unter der Oberhoheit des Heiligen Römischen Reiches Friaul beherrschte. Nach den Zerstörungen durch Hunnen (5. Jahrhundert) und Langobarden (6. Jahrhundert) wurde Aquileia aufgegeben, die Bevölkerung flüchtete mit dem Bischof nach Grado. Der Lagunenbereich blieb als Seevenetien unter byzantinischer Hoheit. Von Byzanz übernahmen die Bischöfe von Aquileia den Titel eines Patriarchen. Im Mittelalter verlegten sie ihren Sitz erst nach Cormons, dann nach Cividale und Udine. Seit dem 14. Jahrhundert durch die Expansion Venedigs geschwächt und in der Folge wieder auf den geistlichen Bereich beschränkt, wurde das Patriarchat von Aquileia im Jahre 1751 aufgelöst.

Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs standen Aquileia und Grado als Gebiet der Gefürsteten Grafschaft Görz und Gradiska unter österreichischer Verwaltung. 1892 war Grado unter Kaiser Franz Joseph I. per Erlass zum „kaiserlich-königlichen Seebad Grado“ ausgebaut worden. Die Errichtung eines artesischen Brunnens für die Trinkwasserversorgung und der Anschluss an die Bahnlinie nach Wien sind Voraussetzungen für die Umsetzung dieses Vorhabens gewesen. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs war die Zeit der Sommerfrische vorbei.

In Aquileia (3400 Einwohner) angekommen, gingen wir rasch zur weltberühmten, im 11. Jahrhundert errichteten Kathedrale, die als ein Höhepunkt romanischer Baukunst gilt. So beeindruckend die große Basilika mit der freskierten Hauptapsis auch wirkt, die Hauptattraktion ist der prachtvolle Mosaikfußboden, der zu der ältesten, 310 bis 319 errichteten Kirche gehört – mit 645 m2 der größte der christlichen Spätantike. In ein Meer von Fischen sind Bildszenen zur Jonaslegende eingefügt.

Durch Kollegen Cvetko entdeckten wir Darstellungen von Haus- und Meerestieren, Porträts nobler Sponsoren des Kirchenbaus und ikonografische Szenen wie den Kampf des Hahns, Symbol für das Licht, mit der Schildkröte, die für Finsternis steht. Ehrfurchtsvoll stimmte auch die Krypta (9. Jahrhundert) mit byzantinischen Fresken (12. Jahrhundert). Auf einem tieferen Terrain, das man über das linke Seitenschiff erreicht, liegt die „Krypta der Ausgrabungen“ mit römischen Fundamenten.

Das Mittagessen nahmen wir gemütlich und entspannt im ausgezeichneten Ristorante „Alla Buona Vite“ (nahe Grado) ein.

Wegen des anhaltenden Regens verzichteten wir auf den geplanten Rundgang und die kleine Stadtführung in Grado. Der Ausflug endete mit einem ausgiebigen Besuch des Einkaufszentrums „Citta Fiera Udine“.

Ein herzliches Dankeschön an unsere umsichtige Personalvertretung, die die Idee zum Lehrerausflug geboren hatte, und an Kollegen Maks Cvetko für den rundum gelungenen Tag!

Dr. Johannes Valent

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