Lyrik-Wettbewerb 2010 – Alle Preise an die HLW!

SiegerInnen-des-Lyrik-Wettbewerbs

Auch dieses Jahr waren die Stockerl-Plätze des Lyrik-Wettbewerbs zum Thema „ANDERS SEIN“ von Schülerinnen und Schülern der HLW St. Veit belegt! Ein weiteres Mal schaffte es Prof. Helga Flick-Schnattler ihre Schüler für das kreative Schreiben zu begeistern und sich lyrisch zu entfalten.
Aufgefallen: Seit 9 Jahren gelang es erstmals wieder einem jungen Mann, in der Kategorie 14-18 Jahre als Sieger hervorzugehen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:
1. Platz: Franz LICHTENEGGER (3CHW)
2. Platz: Raphaela BENEDIKT (3CHW)
3. Platz: Kathrin PROPRENTNER (4BHW)

Hier die preisgekrönten Gedichte:

Die Schauspielerin

Ihre Lippen sind rot,
und sind es nicht.

Ihre Augen strahlen,
und doch leuchten sie nicht.

Eine Maske, die ihre Angst verhüllt.

Doch ihre Rolle spielt sie gut.

Vorhang auf!

(Franz LICHTENEGGER)

Anders sein

Es ist die Hautfarbe, die uns von einander trennt.
Es ist die Herkunft, die jeden Einzelnen stolz macht.
Es ist der Charakter jedes Einzelnen, der uns unterscheidet.
Es ist das Auftreten jedes Einzelnen, das uns unverwechselbar macht.
Es sind die Familie und Freunde, die uns Kraft und Halt geben.
Es sind die Augen, die bei jedem anders leuchten.
Es ist der Mund jedes Einzelnen, der unvergleichbar ist.
Es ist die Stimme jedes Einzelnen, die ihn sprachlos macht.
Es ist der Körper jedes Einzelnen, der uns individuell macht.
Es ist das Herz jedes Einzelnen, das unbeschreiblich ist.
Es sind die Hände jedes Einzelnen, die uns vereinen.

(Raphaela BENEDIKT)

Der schmerzhafte Weg

Blicke, die mir stechend unter die Haut gehen,
harren voller Angst auf die Erlösung,
heißes Blut pulsiert in den Adern,
es schießt vom Herzen in alle meine verängstigten Zellen,
Schweiß dringt aus meinen Poren,
in der selben Minute herrscht klirrende Kälte und teuflische Hitze,
die Umgebung wird durch meinen Blick verschleiert,
alles wird grau,
ich zittere am ganzen Körper und doch ist alles taub;
Stille, nur noch mein heißer Atem saust durch das Universum,
es wird immer schwieriger, meinen Brustkorb zu heben,
1000 Gedanken schießen mir durch den Kopf,
trotzdem kann ich keinen einzigen fassen,
schallende Worte dringen an mein Ohr, immer lauter werdend-
ich zucke zusammen,
mein Herz rast,
endlich die Diagnose:
AIDS
Bin ich jetzt eine Andere?

(Kathrin PROPRENTNER)

  • Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.