Leonardo Projekt 2001

Das HLW-Leonardo-Projekt MINDERHEITEN-SPRACHEN IN EUROPA

Einige Schüler des 4CHW Jahrgangs haben sich während ihres Auslandspraktikums intensiv mit den Sprachen der Minderheiten ihres Aufenthaltslandes beschäftigt. Die Ergebnisse wurden am 8.3.2002 im Rahmen einer Präsentation im Speisesaal der HLW publik gemacht. Als Ehrengäste konnten wir unsere neue Landesschulinspektorin Dr. Renate Kanowsky-Wintermann, den Obmann des Zentralverbandes der Kärntner Slowenen, Herrn Dr. Marjan Sturm, Frau Dr. Maureen Devine von der UNI-Klagenfurt und Gemeinderat Günther Leikam begrüßen.
Hier sind – zur Information aller – die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Korsisch:
Vorgetragen und ausgearbeitet von Stefanie Glatz und Michaela Schaller (4cHW)
Die Insel Korsika ist 183 km lang und 83 km breit, sie ist die dritt-größte Insel im Mittelmeer. Es gibt keine Autobahnen und die Straßen sind sehr kurvenreich, die Straßen an der Ostküste sehr eben. Die Insel ist in Cors de Sud und la Haute Corse aufgeteilt.
Die politische Entscheidungsgewalt ist Paris. Neben dem Tourismus gibt es auf Korsika: Landwirtschaft, Weinbau, Kork, Honig und die Zucht von Schafen, Ziegen, Rindern und Schweinen. Industrie gibt es nur im geringen Umfang. 
Korsisch ist eine romanische Sprache der italienisch-romanischen Gruppe, es ist das Ergebnis einer Entwicklung aus dem Urlatein. Es gibt keine Aufzeichnungen über die Grammatik und auch keine korsische Literatur. Nachdem Korsisch verboten wurde und Französisch die offizielle Sprache war, starb sie beinahe aus. Heute jedoch, wird es wieder an Schulen unterrichtet und es gibt auch 2-sprachige Ortstafeln.

Friulanisch: 
Vorgetragen und ausgearbeitet von Christina Grün (4cHW)
Die Region „Friaul-Julisch Venetien“, deren Hauptstadt Triest ist, liegt zwischen den Karnischen Alpen und der Adria, sie umfasst insgesamt 7 844 km²und hat 1,185 Mio. Einwohner. 
568 fielen die Langobarden in Friaul ein und errichteten ein Herzogtum, Forum Iulium. Ende des 9. – 13. Jhd. kam ein sächsisches Herrscherhaus and die Macht. Von 1797 bis 1805 lag Friaul in der Hand Österreichs, bis es 1919 wieder von Italien rückerobert wurde.
Nach den beiden Weltkriegen entschloss man sich diese Region Friaul-Julisch Venetien zu nennen und 1963 wurde sie autonom.
Die Sprache Friulanisch oder Friulisch ist eine rätoromanische Sprache und dem Latein ähnlich. In etwa 27 % sprechen sie heute noch, vor allem im Raum von Udine. Dort wird Friulanisch als 2. Amtssprache eingeführt.

Normannisch:
Vorgetragen und ausgearbeitet von Jutta Johum und Christiane Kirchmayer (4cHW)
Zu der Inselgruppe gehören die bewohnten Inseln Jersey, Guernsey, Alderny, Sark und Herm und noch zahlreiche unbewohnte Felseninseln. Gesamte Fläche von 198 km² ein. Es gibt viele französischen Ortsbezeichnungen und Straßennamen, die aber Englisch ausgesprochen werden.
Die Königin ist Staatsoberhaupt der Kanalinseln, jedoch nicht als Königin, sondern in ihrer Eigenschaft als „Herzogin der Normandie“. Insofern unterstehen die Inseln nicht der Regierung in London und sind nicht im Parlament in London vertreten
Die Amtssprache auf allen Inseln ist Englisch, daneben wird von großen Teilen der Bevölkerung auch Französisch gesprochen. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Alltagssprache auf den Inseln ein westnormannischer Dialekt, der sich aus dem normannischen Französisch entwickelt. Er wurde bereits um 1000 v. Chr. hier gesprochen. 
Heute wird Patois nur noch vereinzelt von meist älteren Insulanern und vorwiegend auf dem Land gesprochen. Auf jeder Insel, sogar in jeder Gemeinde war und ist der Dialekt etwas unterschiedlich. Auf Jersey wird er als Patois Jèrriais oder einfach als Jèrriais bezeichnet, auf Guernsey als Guernesiaise. Während er lange den schlechten Ruf als einfache Sprache der Bauern hatte, versucht man mittlerweile, den aussterbenden Dialekt zu retten. Dieser Aufgabe widmen sich Kulturvereine wie die Société Guernesiaise oder Société Jersiaise. Einige Ortsbezeichnungen erinnern noch heute an die Normannen bzw. deren skandinavische Ursprünge.

Gälisch:
Vorgetragen und ausgearbeitet von Christiane Lukas und Marion Meyer (4cHW)
Neben dem irischen Gälisch gibt es auch noch ein schottisches Gälisch, das bretonische und das walisische Gälisch. Irisch gehört zur keltischen Sprachfamilie, diese wiederum zu den indogermanischen Sprachen.
Vor 1169 war Irisch die einzige Sprache auf der Insel. Im 18 Jhdt. galt Englisch als die Sprache wirtschaftlichen Erfolgs, während Irisch als die Sprache des einfachen Volkes galt. Irische Eltern übernahmen die Parole „Keep Irisch from your children“, da sie ihren Kindern einen Ausweg aus der Armut ermöglichen wollten. Irisch war nun eine schriftlose Sprache, auf einer Stufe mit lokalen Dialekten. 1916 erkämpfte die Sinn-Fein-Bewegung die Unabhängigkeit Irlands und die Re-Gälisierung setzte sich im Staat ein.
Heute wird Irisch hauptsächlich noch in sogenannten „Gaeltacht-Gebieten! im Westen der Insel (z.B. den Counties Cork, Kerry oder Clare) gesprochen. 1981 stuften sich ca. 31 % der Bevölkerung als irischsprachig ein, doch für nur mehr 10 000 Iren ist Irisch eine Alltagssprache. Irisch ist Nationalsprache und auch erste Amtssprache. Das Beherrschen dieser Sprache in Wort und Schrift ist die Grundvoraussetzung, um im Staatsdienst arbeiten zu können. In den Schulen ist Irisch Pflichtunterricht, es gibt irische Radio- und Fernsehsender und alle Straßen- und Verkehrsschilder sind zweisprachig.

Slowenisch: 
Vorgetragen und ausgearbeitet von Christine Bachler und Driessler Manuela (5cHW) 
Slowenien wurde im Jahre 1991 unabhängig und ist daher einer der jüngsten europäischen Staaten. ,Slowenischen liegt zwischen den Alpen und der Adria, es grenzt an Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien. 87,84 % der Einwohner sind Slowenen (lt. Volkszählung 1991) Minderheiten in diesem Land wären die italienische Volksgruppe und die ungarische Volksgruppe. Die Vorfahren heutiger Slowenen lebten zusammen mit Franken, Bayern, den Einwohnern Venetiens und Friauls, sowie auch anderen europäischen Völkern. Seit 1550 – 1600 druckt man slowenische Bücher, welche vorwiegend geistliche Werke waren und es wurde auch die slowenische Grammatik zu Papier gebracht. Die Slowenische Sprache ist die Amtssprache der unabhängigen Republik Slowenien und gehört neben Serbisch, Kroatisch, Makedonisch und Bulgarisch zum südlichen Zweig der slawischen Sprachen. Slowenisch wird von circa 2,1 Millionen Sprechern in Slowenien sowie von Minderheiten in Italien, Österreich und Ungarn gesprochen. Es verwendet, im Gegensatz zu vielen anderen slawischen Sprachen, die lateinische Schrift mit einigen Sonderzeichen. Sie weist mit den Freisinger Denkmälern 10.-11. Jahrhundert das älteste Dokument einer slawischen Sprache in lateinischer Schrift auf.
Obwohl die Sprecherzahl gering ist, weist das Slowenische acht größere Dialektgruppen mit circa 50 Dialekten auf.

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