ERASMUS+-Fortbildung in Helsinki

Das Schulsystem in Finnland zählt zu den besten der Welt – seit Jahren sind die Finn*innen in den PISA-Tests an der Spitze und sie führen auch im Bereich der Gleichberechtigung und der Zufriedenheit der Bevölkerung. Ich wollte einen Einblick darin bekommen, was in Finnland besser läuft als in Österreich und so habe ich während der Osterferien die Fortbildung „Introduction to the Finnish Education Model“ über ERASMUS+ in Helsinki besucht. Die Unterschiede beginnen schon in der Volksschule: Die jungen Finn*innen beginnen verhältnismäßig spät und kurz mit der Schule – mit 7 Jahren und für max. 20 Stunden pro Woche. Es wird von Beginn darauf geachtet, dass die Kinder zumindest eine Stunde pro Tag mit Spielen im Freien verbringen, auch im doch sehr lange dauernden Winter.

 

Bis zur Oberstufe sind die Schulbücher und -hefte sowie ein gesundes, warmes Mittagessen gratis. Den Schulen wird gleich viel Geld zur Verfügung gestellt und Noten- und Testdurchschnite der einzelnen Schulen werden nicht verglichen. Das soll dazu beitragen, dass jedes Kind einfachin die Schule geht, die am nähesten zu seinem Wohnort ist und nicht eine Schule einen besseren Ruf hat als eine andere. Einen sehr großen Unterschied macht aber auch die Ausbildung der Lehrer*innen. Die Zulassung zum Lehramtsstudium ist sehr streng – nur ca. 10 % der Bewerber*innern wird aufgenommen. So wird sichergestellt, dass nur diejenigen Lehrer*in werden, die es auch wirklich wollen. Lehrpersonen verdienen in Finnland nicht besonders viel, aber der Beruf ist sehr angesehen und Eltern vertrauen ihnen.

Es wird in Finnland darauf geachtet, dass pro Jahr zumindest ein Projekt durchgeführt wird, an dem die Schüler*innen arbeiten und dabei Fähigkeiten aus verschiedenen Fächern erlernen und einsetzen. Ein weiterer Fokus leigt in der Stärkung des Selbstvertrauens der Schüler*innen, indem versucht wird, eher ihre Stärken zu fördern als die Schwächen in den Vordergrund zu rücken. Auch der Zugang zu Technik und Naturwissenschaften wird schon von Beginn an gefördert.

Die Fortbildung war auf jeden Fall sehr interessant, doch auch die Freizeit konnte ich gut nutzen – zu einem nicht geringen Teil verbrachte ich sie damit, die veganen Angebote und Restaurants der Stadt zu erkunden. Es gab zwar bis auf eine Zimtschnecke nichts wirklich typisch Finnisches, da Finn*innen nicht gerne auswärts Skandinavisch essen, wenn sie das auch zu Hause essen können, aber es gab wirklich gute vietnamesische und Thai-Restaurants.

Helsinki hat auch sehr schöne Plätze. Besonders beeindruckend war die Bibliothek Oodi, die mehr wie ein Gemeinschaftszentrum ist- es gibt dort neben Büchern auch ein großes Café, eine Spielecke für Kinder, viele Lern- und Arbeitsräume aber auch Räume, in denen musiziert, Lieder aufgenommen, genäht, 3D-gedruckt oder Playstation gespielt werden kann. So trifft sich dort Jung und Alt zu allen möglichen Aktivitäten. Eine weitere Freizeitaktivität ist natürlich auch das Saunieren – so gibt es in Finnland mehr Saunen als Autos! Helsinki liegt außerdem am Meer und ein paar Inseln gehören auch dazu.

Meine Osterferien waren also wirklich sehr bereichernd und ich bin wirklich dankbar, die Möglichkeit zu dieser Reise bekommen zu haben!

Mag.a Vanessa Dürrauer

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